Wasserverbrauch

Wasser und seine globale Verteilung

© barth1003
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Die globalen Wasserressourcen sind sehr ungleich verteilt: Neun Länder – Brasilien, Russland, China, Kanada, Indonesien, die USA, Indien, Kolumbien und die Demokratische Republik Kongo - verfügen über 60% der weltweiten Süßwasserreserven.

 

Besonders viel Wasser gibt es weit im Norden und weit im Süden, also in Nordamerika, Nordeuropa und Nordasien, im Süden Südamerikas und in Neuseeland. Viel Wasser gibt es auch in den Tropen, zum Beispiel im Amazonasbecken sowie in Teilen des Kongobeckens.

 

Besonders wasserarm sind hingegen weite Teile Afrikas, der Mittlere Osten, Zentralasien, der Westen Nordamerikas sowie Australien. Im rechnerischen Mittel variiert die Menge regenerierbaren Wassers, die jährlich pro Einwohner verfügbar ist, also drastisch:

  • Auf jeden Kanadier entfallen im Schnitt 87.000 m³,
  • auf jeden Chinesen 2.100 m³ und
  • auf jeden Jordanier nur 120 m³.

Von dieser Menge muss auch die Bewässerung in der Landwirtschaft bestritten werden.

Die Wasserqualität variiert je nach Weltregion ähnlich stark. Krankheiten infolge von verunreinigtem Trinkwasser sind in Afrika beispielsweise weit verbreitet, in Mittel- und Westeuropa dagegen ist das Leitungswasser von hoher Güte und in Trinkwasserqualität.

Hat Wasser einen Fußabdruck?

© Josep Aragones Gisbert
© Josep Aragones Gisbert

Der weltweite Wasserverbrauch hat sich zwischen 1930 und 2000 etwa versechsfacht. Hierfür verantwortlich sind die Verdreifachung der Weltbevölkerung und die Verdoppelung des durchschnittlichen Wasserverbrauchs pro Kopf. Wirtschaftswachstum, Verstädterung und der moderne ressourcenintensive Lebensstil unzähliger Menschen führen zu einem Anstieg der weltweiten Wassernachfrage um weitere 64 Milliarden m³ pro Jahr.

Bei der Herstellung von Lebensmitteln wird mit Abstand am meisten Wasser eingesetzt. Die Nutzung von Leitungswasser macht nur einen kleinen Anteil des Wasserfußabdrucks aus, auch in Industrieländern. Der Begriff „Wasserfußabdruck“ wurde 2002 von Arjen Hoekstra vom UNESCO-Institut für Wasserbildung geprägt. Er drückt die Summe allen Wassers aus, das in Herstellungs-prozessen in Anspruch genommen wird – sei es für Lebensmittel oder industrielle Produkte.

In allen diesen Produkten steckt sogenanntes „virtuelles Wasser“, also das Gesamtvolumen an Wasser, das während eines Herstellungsprozesses benötigt wird, zum Beispiel:

  • 15.000 l für 1kg Rindfleisch,
  • 1.300 l für 1kg Getreide,
  • 3.400 l für 1kg Reis und
  • 6.000 l für eine Jeans.
Virtuelles Wasser inbegriffen liegt der deutsche Pro-Kopf-Konsum bei täglich 4.000 bis 5.000 L. Zum Vergleich: Chinesen konsumieren pro Kopf und Tag 2.000 L. Virtuelles Wasser wird auch bei Berechnungen von Importen und Exporten genutzt.

Verbraucher in der Pflicht

© Christophe Valingot
© Christophe Valingot

Das Modell des virtuellen Wassers zeigt anschaulich, dass wir vor allem über Produkte des täglichen Bedarfs große Mengen Wasser in Anspruch nehmen. Aber sind 140 L Wasser für eine Tasse Kaffee viel oder wenig? Für alltägliche Konsumentscheidungen ist das Modell zu komplex und zugleich zu beschränkt. Es reicht nicht aus, allein beim Alltagskonsum auf den Wasserverbrauch zu achten.

 

Es macht zum Beispiel einen Unterschied, ob eine Jeans und deren Baumwolle in einer wasserarmen oder wasserreichen Region produziert wurden. Oder ob für den Anbau von Orangen Feuchtgebiete trockengelegt werden, um Plantagen zu bewässern.

Auch soziale Aspekte sind wichtig. So schaffen viele Produkte, die virtuelles Wasser enthalten, Einkommen und damit Wohlstand und Absicherung für Teile der Bevölkerung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Darüber hinaus umfasst der ökologische Fußabdruck von Produkten auch Fragen wie CO2-Emissionen, Energienutzung oder Pestizide.

Wasserschonender Konsum ist auch klimaschonend: möglichst saisonale und regionale Lebensmittel kaufen, maßvoller Fleischkonsum, aufwändige Verpackungen meiden, weniger Lebensmittel wegwerfen, die Anschaffung neuer Kleidung und Haushaltsgüter kritisch hinterfragen und langlebige Produkte bevorzugen.