Wasser verbindet

Wasser kennt keine Grenzen

Mehr als 2.000 Gewässer und Grundwasseraquifere überschreiten nationale Grenzen. Zahlen und Fakten liefert das „Transboundary Waters Assessment Programme (TWAP)“, eine gemeinsame Initiative von UNEP und UNESCO:

 

Flussgebiete:

  • In den 286 grenzüberschreitenden Flussgebieten leben rund 40% der Weltbevölkerung.
  • Die Einzugsgebiete von Kongo, Niger, Nil, Rhein und Sambesi liegen jeweils in 9, 10 oder 11 Ländern. Die Donau ist Rekordhalter: 19 Länder teilen sich ihr Einzugsgebiet.

Seen:

  • Weltweit werden mehr als 1.600 Seen von mehreren Staaten geteilt.
  • Seen, Reservoire und andere Stillgewässer machen über 90% des verfügbaren Oberflächenwassers aus.

Grundwasseraquifere:

  • Bis heute sind 199 grenzüberschreitende Grundwasseraquifere mit einem Volumen von je über 5.000km2 bekannt. 
  • Jedoch sind die Grenzen vieler anderer Grundwasseraquifere nicht genau bekannt, weshalb sie nicht als grenzüberschreitend anerkannt werden. 
  • Die Zahl der kritisch ausgelaugten Grundwasserleiter wird sich bis 2050 voraussichtlich verdoppeln.

Insgesamt ist die Datenlage für Seen und Grundwasseraquifere schwach; auch aus diesem Grund ist ihre Bewirtschaftung sehr häufig nicht nachhaltig.

Wasserkooperationen

© BfG
© BfG

Wasservorkommen unterliegen nationaler Gesetzgebung, für grenzüberschreitende Ressourcen braucht es jedoch internationale Abkommen. Weltweit existieren mehrere tausend Vereinbarungen, die Schutz und Nutzung grenzüberschreitender Wasserressourcen regeln. Diese betreffen jedoch hauptsächlich Flussgebiete, wohingegen Seen und insbesondere Grundwasseraquifere bislang kaum in internationalen Abkommen behandelt werden.

 

Das erste Wasserabkommen der Geschichte wird 2500 vor Christus überliefert. Darin ist die Beilegung eines Streits am Fluss Tigris beschrieben. Wasserabkommen haben sich seitdem als wirksames Instrument zur Überwindung von Konflikten erwiesen, in vielen Fällen blieben sie selbst in Kriegszeiten in Kraft.

Dennoch gibt es für die Mehrheit der grenzüberschreitenden Wasservorkommen bislang noch keine Vereinbarungen. Ebenso problematisch: Viele der bestehenden Abkommen sind unzureichend und klammern wesentliche Aspekte wie Ökosystembedarfe, Zuteilungsrechte oder Durchsetzungs- und Sanktionsmechanismen aus. Eine erfolgreiche Bewirtschaftung grenzüberschreitender Wasserressourcen muss jedoch der Komplexität unserer Welt gerecht werden. Nachhaltige Entwicklung erfordert die gleichberechtige Berücksichtigung ökologischer, wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Anforderungen – auf beiden Seiten der Grenze.

Völkerrechtliche Rahmenbedingungen

Zusammenarbeit zu Süßwasser gehört zu den Prioritäten der Vereinten Nationen. Völkerrechtliche Abkommen, Resolutionen und Programme liefern den Rahmen für Kooperationen auf globaler Ebene und fördern die nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung auch über Staatsgrenzen hinweg. 

Die wichtigsten Rechtstexte dazu sind:

  • 1992 – Übereinkommen zum Schutz und zur Nutzung grenzüberschreitender Wasserläufe und internationaler Seen
  • 1997 – Übereinkommen über das Recht der nichtschifffahrtlichen Nutzung internationaler Wasserläufe

Die Ratifizierung beider Konventionen kommt nur langsam voran. Doch das Beispiel Deutschlands illustriert deren hohe Bedeutung.

Deutschland teilt mehrere Gewässer mit seinen Nachbarn und hat beide Übereinkommen ratifiziert. Daher arbeitet Deutschland mit seinen Nachbarn ausschließlich gemäß der Prinzipien dieser beiden UN-Wasserkonventionen zusammen. Auch in der Entwicklungszusammenarbeit misst Deutschland der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Wasserbereich große Bedeutung bei: basierend auf den UN-Konventionen bietet Deutschland Beratung, technische und finanzielle Unterstützung sowie Beiträge zum internationalen Dialog über Wasserpolitik an. 2001 war Deutschland beispielsweise im Vorfeld des Johannesburger Weltgipfels für Nachhaltige Entwicklung Gastgeber einer internationalen Wasserkonferenz in Bonn.

Deutschland unterstützt in vielen Projekten weltweit die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Wasserbereich.