Wasser und Nachhaltigkeit

Die Grenzen des blauen Planeten

Die Erdoberfläche ist zu rund 70 % von Wasser bedeckt. Dennoch ist Wasser eine begrenzte Ressource: Mehr als 96 % des Wassers weltweit ist Salzwasser. Von dem verbleibenden Süßwasseranteil besteht weniger als 1 % aus einfach zugänglichem Oberflächenwasser, das hauptsächlich von uns Menschen genutzt wird. Zudem ist Wasser im weltweiten Vergleich sehr unterschiedlich verteilt, was es in vielen Weltgegenden zu einem knappen Gut macht. Bevölkerungswachstum, Übernutzung und Verunreinigungen verschärfen den Wassermangel zusätzlich.

 

Dies birgt die Gefahr von Krisen und Konflikten. Selbst wenn die Geschichte uns lehrt, dass friedliche Übereinkünfte gegenüber kriegerischen Auseinandersetzungen um Wasser bis heute weit überwiegen – um          e­ffiziente Wassergovernance und nachhaltige Entwicklung vorantreiben zu können, bedarf es dringend internationaler Anstrengungen.

Wasser und Entwicklung

© Daniel Bachhuber
© Daniel Bachhuber

Wasser steht im Zentrum nachhaltiger Entwicklung. Daher zählt Wasser seit mehr als 30 Jahren zu den Prioritäten der deutschen Entwicklungspolitik. Wasser kann eine entscheidende Motivation für Entwicklung sein aber auch ein großes Hindernis.

Unsere Zivilisationsgeschichte ist seit Anbeginn eng mit der Bewirtschaftung von Wasser verzahnt, da die Herausbildung komplexer menschlicher Gesellschaften räumlich an das Vorkommen sowie die Verfügbarkeit von Wasser gekoppelt war. Über das bloße Grundbedürfnis zum Überleben hinaus spielt Wasser eine Schlüsselrolle in vielen Bereichen menschlichen Lebens:

  • Landwirtschaft und Ernährung
  • Energie
  • Innovation und Technologie
  • Industrie und Urbanisierung
  • Sanitärversorgung und Gesundheit
  • Transport, Handel und Kommunikation
Wirtschaftliche Produktivität und gesellschaftliche Entwicklung sind eng mit der Verfügbarkeit von Wasser verbunden. Oft hat Wasserknappheit zu technischer Innovation geführt. Allerdings bringen viele Lösungsansätze nur vorübergehend Erleichterung und tragen dem Kernproblem, dass Wasser eine endliche Ressource ist, nicht entschieden genug Rechnung.

Nachhaltiges Wasser?

© Joshua Stevens
© Joshua Stevens

 Um den Bedarf der Menschheit an Wasser und anderen Ressourcen decken zu können, ist zunehmend ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich - „ganzheitlich“ im Sinne von „nachhaltig“. Der Brundtland-Bericht „Unsere gemeinsame Zukunft“ der Vereinten Nationen von 1987 machte das Konzept der nachhaltigen Entwicklung weltweit bekannt. Mit den Millenniumsentwicklungszielen der UN erreichte die Welt seither zwar Fortschritte, doch es bleibt noch viel zu tun.

Im September 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen die neue und höchst ambitionierte globale Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung mit 17 Einzelzielen (SDGs). Bis 2030 sollen diese Ziele weltweit von jedem Staat entsprechend seiner individuellen Rahmenbedingungen umgesetzt werden.

Übergeordnetes Ziel der SDGs ist die Förderung der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Wasser als elementare und knappe Ressource hat mit SDG 6 ein eigenes Nachhaltigkeitsziel: „Sicherstellung der Verfügbarkeit und der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle“.

Zusätzlich haben mehrere andere SDGs Bezüge zu Süßwasser, z.B. SDG 2 (Bekämpfung von Hunger) oder SDG 7 (Förderung nachhaltiger Energie). Die Agenda 2030 bietet daher den idealen Rahmen für eine nachhaltige und integrierte Wasserbewirtschaftung.

Zwar ist es Aufgabe jedes einzelnen Staates, die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 auf nationaler Ebene umzusetzen, aber insbesondere das Beispiel Wasser zeigt, dass dies nur mithilfe grenzüberschreitender und internationaler Zusammenarbeit gelingen kann.