Wasserschonender Konsum

Das Modell des virtuellen Wassers veranschaulicht, dass wir vor allem über Produkte des täglichen Bedarfs große Mengen der Ressource Wasser in Anspruch nehmen. Seltener Wäsche zu waschen, beim Zähneputzen den Wasserhahn abzustellen, zu duschen statt zu baden und Zisternen zur Regenwassernutzung zu nutzen, ist Auftakt für verantwortungsvollen Wassergebrauch, aber nicht das Ende.


Noch ist das Modell des virtuellen Wassers für alltägliche Konsum-Entscheidungen recht abstrakt. Natürlich macht es einen Unterschied, ob eine Jeans und deren Baumwolle in einer wasserarmen oder wasserreichen Region produziert wurden. Aber sind 140 Liter Wasser für eine Tasse Kaffee viel oder wenig? Soll man bei langlebigen Gütern wie Fernsehern über deren Wasserfußabdruck nachdenken?

Was kann der Einzelne tun?

Wichtig ist zunächst prinzipielle Aufmerksamkeit für die globale Dimension der Wassernutzung. Ein wenig Recherche kann bereits für einzelne Konsumentscheidungen Alternativen zeigen. Niemand sollte überstürzt sein Konsumverhalten ändern. Denn auch die soziale Dimension im Land der Herstellung ist wichtig: Viele Produkte, die viel virtuelles Wasser enthalten, schaffen zum Beispiel Einkommen, und damit Wohlstand und Absicherung, für die Bevölkerung in Entwicklungs- und Schwellenländern.


Die Empfehlungen für einen sinnvoll wasserschonenden Konsum ähneln denen für klimaschonenden Konsum: möglichst saisonale und regionale Lebensmittel und eher Bio-Produkte kaufen, Fleischkonsum reduzieren, aufwändige Verpackungen meiden und weniger Lebensmittel wegwerfen – und auch die Notwendigkeit von Anschaffungen von Kleidung und langlebigen Produkten kritisch befragen.

Weitere Informationen im Internet

Wer mehr wissen will, kann sich über Herkunftsländer und Produktionsbedingungen informieren: Werden im Herkunftsland der Orange vielleicht Feuchtgebiete trocken gelegt, um Plantagen zu bewässern? Werden die Felder der Baumwolle des neuen T-Shirts mit fossilem Grundwasser bespritzt? Praktische Tipps bieten zum Beispiel folgende Websites:

www.nachhaltiger-warenkorb.de 

www.virtuelles-wasser.de/ratgeber.html

 

Virtuelles Wasser für die Produktion ausgesuchter Lebensmittel
© The Virtual Water Project / Timm Kekeritz