Wissen über Grenzen teilen

Globale wasserbezogene Daten

© BafG
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 Deutschland trägt auf vielen Ebenen zur Zusammenarbeit in der Erforschung der globalen Wasserressourcen bei. Wichtige Beispiele hierfür sind die globalen Datenbanken, die von deutschen Institutionen betreut werden: Das „Global Runo­ff Data Centre“ (GRDC) und das „Global Precipitation Climatology Centre“ (GPCC), beide unter Schirmherrschaft der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sowie die Wasserqualitätsdatenbank GEMStat, ein Teil des Globalen Umweltmonitoringprogramms für Wasser (GEMS/ Water) des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).

 

Das „Global Runo­ff Data Centre“ (GRDC) sammelt Abflussdaten, das heißt Daten über die Menge an Wasser, die zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort entlang eines Flusses fließt. In der seit 1988 von der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz betriebenen Datenbank sind Daten von Abflussmessstellen von beinahe 9.000 Flüssen weltweit gespeichert. Heute wird diese einmalige Datenbank von Forscherinnen und Forschern weltweit sowie verschiedenen UN-Einrichtungen genutzt.

 

Mittels der stetig wachsenden Waserqualitätsdatenbank GEMStat werden Daten über die Wasserqualität von Grund- und Oberflächengewässern gesammelt. Aktuell werden die Daten von mehr als 3.500 Messstationen weltweit mit insgesamt mehr als 3,5 Millionen Messwerten von mehr als 255 Parametern bereitgestellt. Zudem stellt GEMStat auch statistische Auswertungen und thematische Karten zur Verfügung. Die Datenbank wird seit 2015 vom Internationalen Zentrum für Wasserressourcen und Globalen Wandel (ICWRGC) in Koblenz betrieben.

Langjährige Zusammenarbeit an der Donau

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 Die Donau ist mit 2.857 km der zweitlängste Flusslauf Europas nach der Wolga und fließt durch 10 Staaten: Deutschland, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Moldawien und die Ukraine. Ihr Einzugsgebiet erstreckt sich sogar über insgesamt 19 Staaten.

Unter Schirmherrschaft der UNESCO begann bereits 1961 während des Kalten Krieges die Zusammenarbeit der Donauanrainer in Forschungsfragen, beispielsweise zu hydrologischen Grundlagen und Vorhersagen. 

1998 trat das Übereinkommen über die Zusammenarbeit zum Schutz und zur verträglichen Nutzung der Donau in Kraft, das bis heute von 14 Staaten sowie der Europäischen Union ratifiziert wurde. Die durch das Übereinkommen begründete Internationale Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) hat sich seither zu einem der größten und aktivsten Netzwerke von Wasserexperten in Europa entwickelt. Aufbauend auf Regelungen wie der EU-Wasserrahmenrichtlinie überwacht die IKSD die Gewässerqualität im gesamten Donauraum, entwickelt Strategien zur Hochwasservorsorge und Kontrolle von Verunreinigungen, setzt Normen für Emissionswerte fest und sichert deren Einhaltung durch die Vertragsstaaten.

 Noch länger bestehende Kooperationen im Donauraum sind:

  • die Donaukommission auf Basis des Übereinkommens über die Regelung der        Schi­fffahrt auf der Donau von 1948 sowie
  • die seit 1956 bestehende Internationale Arbeitsgemeinschaft Donauforschung (IAD).

Globales Engagement

© Sandia National Laboratories
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 Insgesamt 31 Programme und Sonderorganisationen der Vereinten Nationen befassen sich mit verschiedenen Aspekten des Themas Wasser. So unterstützt beispielsweise die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) Landwirte dabei, Wasser effizienter zu nutzen.

 

Für alle Aktivitäten der FAO gelten die übergeordneten Prinzipien Armutsbekämpfung, gesteigerte landwirtschaftliche Produktivität und ökologische Nachhaltigkeit. Ziel der wasserbezogenen Projekte der FAO ist die Steigerung der globalen landwirtschaftlichen Produktivität bei gleichzeitiger Förderung nachhaltiger Wassernutzung. Im Rahmen des Projekts „Adapting irrigation to climate change“  (AICCA) fördert die FAO in vier Pilotländern West- und Zentralafrikas anpassungsfähige Lösungen für Kleinbewässerungsanlagen unter den Bedingungen des Klimawandels. Andere Projekte gelten Schlüsselthemen wie Wasserqualität, Mehrfachnutzung von Wasser oder dem Nexus Wasser-Energie- Ernährungssicherheit. Die FAO verfügt über umfassende Datenbanken wie beispielsweise AQUASTAT für die Beobachtung und Entwicklung von Wasserbewirtschaftungsstrategien auf lokaler, nationaler und globaler Ebene.

 

Weitere UN-Organisationen wie das UN-Umweltprogramm (UNEP) oder der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge (UNHCR) befassen sich mit dem Thema Wasser aus ihrer jeweiligen Perspektive. Um die Aktivitäten all dieser UN-Organisationen zu koordinieren wurde 2003 UN-Water gegründet. Wie jedoch der 2015 verö­ffentlichte Abschlussbericht des Beraterkreises des UN-Generalsekretärs (UNSGAB) folgerte, ist die Wasserarchitektur der Vereinten Nationen dennoch zu fragmentiert, um eine effektive Umsetzung der wasserbezogenen Ziele der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung gewährleisten zu können.