Forschung für das Wasser der Zukunft

Warum Wasserforschung?

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 Manchmal kann nachhaltige und effiziente Nutzung von Wasserressourcen auf althergebrachten Praktiken aufbauen – meist braucht es aber Innovationen.

 

Innovationen im Wassersektor hängen von einer weltweit verlässlichen Datenbasis und qualitativ hochwertiger Wasserforschung ab. Kein Land kann erfolgreich sein, wenn es Forschungsergebnisse ausschließlich importiert. Die Voraussetzungen für erfolgreiche Forschung sind: global vergleichbare Messstandards, langfristige Messreihen, gute Laborinfrastruktur und gut ausgebildetes Personal in Wissenschaft und Technik. Zudem müssen Forschungsinstitutionen mit entsprechendem Mandat und Ressourcen ausgestattet sein.

 

Deutschland engagiert sich weltweit für die Förderung der Forschung im Bereich Wasser, unter anderem über die Vergabe von Forschungsmitteln, die Unterstützung von Forschungsinstitutionen inner- und außerhalb Deutschlands sowie der aktiven Mitwirkung in internationalen Foren wie der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO). Die UNESCO trägt seit über 60 Jahren dazu bei, weltweit Voraussetzungen für gute Forschung zu schaffen. Mit dem Internationalen Hydrologischen Programm (IHP) fördert sie die globale Zusammenarbeit in der Wasserforschung, beispielsweise im Bereich der Erfassung und des Austauschs von Daten zu grenzüberschreitenden Flüssen und Grundwasseraquiferen.

 

Seit 2003 veröffentlicht das World Water Assessment Programme (WWAP) der UNESCO im Auftrag von UN-Water den jährlichen Weltwasserbericht. Ziel dieses Berichts ist es, politischen Entscheidungsträgern Informationen als Grundlage für wissenschaftlich fundierte Entscheidungen zur Verfügung zu stellen.

Das Internationale Hydrologische Programm der UNESCO

Das Internationale Hydrologische Programm der UNESCO (IHP) ermöglicht Wissenschaftlern aus über 150 Staaten den Austausch über globale und regionale Herausforderungen im Wasserbereich. Führende Forscherinnen und Forscher legen in regelmäßigen Abständen gemeinsam die aktuell wichtigsten Forschungsschwerpunkte für das IHP fest – und prägen damit für die Forschung weltweit die Leitfragen.

 

Durch nationale und internationale Forschungsprojekte werden Forschung und Wissensaustausch durch Unterstützung in Aus- und Fortbildung, den Aufbau von Netzwerken, Wasserzentren, und UNESCO-Wasserlehrstühle, internationale Konferenzen sowie die Herausgabe von Publikationen gefördert. Zusätzlich stellt das IHP Forschungsergebnisse als Grundlage für Politikberatung zur Verfügung. Dabei stellt nicht das IHP selbst finanzielle Förderung für Forschungsprojekte zur Verfügung, sondern die UNESCO-Mitgliedstaaten, die am IHP teilnehmen.

 

Deutschland nimmt seit langem aktiv am IHP teil. Die deutschen Beiträge zum IHP werden dabei vom deutschen IHP-Nationalkomitee koordiniert, das sich aus Vertretern von Behörden und Forschungsinstituten zusammensetzt und vom Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstützt wird. Das Sekretariat des deutschen IHP-Nationalkomitees ist bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz angesiedelt.

Rolle der UNESCO

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Durch Partnerschaften mit führenden Forschungs- und Ausbildungsinstituten weltweit baut die UNESCO ein enges Netzwerk in der Wasserforschung auf. Die UNESCO unterstützt zudem im Aufbau befindliche Forschungsinstitutionen durch Verleihung ihrer Schirmherrschaft.

 

Auch in Deutschland gibt es seit 2014 mit dem Internationalen Zentrum für Wasserressourcen und Globalen Wandel (ICWRGC) ein Kategorie 2 Zentrum der UNESCO, um die Umsetzung des Internationalen Hydrologischen Programms der UNESCO zu unterstützen. Das an der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz angesiedelte Zentrum erforscht die Auswirkungen von Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Verstädterung, Wüstenbildung und steigenden Bedürfnissen der Landwirtschaft auf die Verfügbarkeit und Qualität von Wasserressourcen. Dabei arbeitet das ICWRGC mit Wasserexperten aus aller Welt zusammen. Zudem sollen durch die Arbeit des Zentrums bestehende globale Wasserdaten international besser zugänglich gemacht und die Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung unterstützt werden. Das ICWRGC baut dabei auf der langjährigen deutschen Erfahrung im Bereich der Wasserforschung auf.